Tag-Archiv für 'musik'

Nullfrequenzblogging is over

Hier ist ja schon eine ganze Weile mal wieder nichts passiert. Wird wohl Zeit, den Karren wieder anzufahren. Nullfrequenzblogging ist auf Dauer auch keine Lösung.1 Dabei ist es ja nicht so, dass im letzten halben Jahr nichts passiert wäre.

Die Causa Gröbmayr beispielsweise setzte eine Diskussion über das Selbstverständnis linker Jurist_innen in Gang. Ausgangspunkt dafür war, dass eine Freiburger Junganwältin aus dem Umfeld des AKJ Freiburg sich an der Strafverteidigung eines Nazis beteiligte. In der Folge wurde der AKJ Freiburg aus dem BAKJ ausgeschlossen.

Interessant fand ich eine Entscheidung des OVG Münster, in dem es das Verbot eines öffentlichen Blockadetrainings für rechtswidrig erklärte. Zu dieser Thematik hatte ich an dieser Stelle mal einen Beitrag geschrieben.

Für einiges Aufsehen sorgte noch eine Entscheidung des OVG Koblenz, in dem es der polizeilichen Praxis des ‚ethnic profiling‘ eine Absage erteilte.

Und nach einem Anschlagsversuch auf dem Bonner Hauptbahnhof wurde wieder einmal über die Ausweitung der Videoüberwachung diskutiert.

Apropos: Die Göttinger Formation Rogue Steady Orchestra hat ein schnuckeliges Musikvideo zum Thema ‚Überwachung‘ erstellt.

Tja, und was sonst nicht so alles passiert ist. Erwähnenswert wäre natürlich noch die dramatische Entwickung in der Lindenstraße, diesem epischen Gesellschaftsroman in Form einer wöchentlichen TV-Serie: Sarah Ziegler ist durchs erste juristische Staatsexamen gefallen …

Ach ja, und ich habe das 5jährige Jubliäum dieses Projekts hier verpennt.2 Aber das ist jetzt auch nicht mehr der Rede wert, immerhin kommt in einem halben Jahr dann schon der 6. Geburtstag.

  1. Und wie froh bin ich, dass mein Hamburger Genosse Fiaskojoke dem letztlich auch zustimmt. [zurück]
  2. Geburtstage zu feiern ist wohl irgendwie nicht so meins. Jährlich grüßt das Murmeltier. [zurück]

Solidarität mit TAPETE!

Vor einiger Zeit habe ich hier und hier zwei Songs des Berliner Rappers TAPETE erwähnt, die ich recht dufte finde. Und auch der junge Mann selbst scheint ganz sympathisch zu sein. Er hat nun bekannt gegeben, dass das Jobcenter ihn auf dem Kieker hat, weil er in seinen Texten so Zeilen wie „Ich bedank mit jeden Tag bei Vater Staat, dass ich auf seine Kosten leben darf“ verwendet. Es hat ihn aufgefordert, Stellung zu diesen Aussagen zu beziehen. Mittlerweile scheint es nicht mehr auszureichen, die gesetzlichen Voraussetzungen für den Leistungsanspruch zu erfüllen, man muss auch die entsprechende unterwürfige und demütige Geisteshaltung an den Tag legen.

Es geht um Zeilen aus dem Song „Autogramm“:

Bemerkenswert sind die Ergüsse der Kommentator_innen, die sich auf Facebook über die Angelegenheit auslassen. Da wird posaunt, man solle doch erstmal arbeiten gehen. Das kommt immer irgendwann, dieser Hinweis, irgendjemand soll erstmal arbeiten gehen. Der dämlichste Typ kann einer noch so unbedeutenden Tätigkeit nachgehen, die Hauptsache ist, er weiß sich legitimiert, den Vorwurf rauszuhauen, irgendjemand solle doch erstmal arbeiten gehen.

Und dann natürlich Steuern zahlen. Es könne doch nicht sein, dass sie für andere zahlten. Dass sie überhaupt Kohle an einen bürgerlichen Staat abdrücken sollen, scheint sie nicht sonderlich aufzuregen. Und auch sonst scheint sie die konkrete Verwendung ihrer Gelder nicht weiter zu interessieren. Oder hört man oft davon, dass sie sich ebenso ereifern über die Finanzierung von Militäreinsätzen, die Aufrüstung im Innern, den Ausbau Europas zur Festung usw.? Das liegt wohl gerade im Interesse des aufrechten deutschen Steuerzahlers.

Stattdessen Häme und Hass auf diejenigen, die da nicht so ohne weiteres mitmachen, entweder weil sie es schlicht und einfach nicht können oder weil sie sich selbst dazu entschließen, sich nicht mit Haut und Haaren den Konkurrenzverhältnissen zu unterwerfen, soweit das überhaupt möglich ist.

Bevor man selbst zum Verlierer der Verhältnisse wird, knüppelt man lieber nach unten: Sozialchauvinistische Reflexe als Ausdruck einer autoritären Form der Krisenbewältigung.

Da mutet der Song „Drückeberger“ von TAPETE schon fast wie ein Aufruf zum sozialen Ungehorsam an:

Apropos Ungehorsam: Auf den Song „Schwarzfahrt“ von TAPETE habe ich ja bereits hingewiesen. Aus Spanien ist nun zu vernehmen, dass „das Sicherheitspersonal der Madrider Metro Schwarzfahrer ab sofort nicht mehr kontrollieren oder aufhalten“ werde:

Ihre Aktion „Yo no paro“ (Ich halte niemanden an) ist namentlich angelehnt an die Kampagne „Yo no pago“ (Ich zahle nicht), mittels derer hunderte von Madridern die U-Bahn der spanischen Hauptstadt nutzen, ohne zu bezahlen, um damit gegen die sozialen Einschnitte der konservativen Regierung zu protestieren.

[Quelle]

Ein kleines Beispiel dafür, dass es nicht immer zur Entsolidarisierung kommen muss. Also, Solidarität mit TAPETE! Wir sind alle Drückeberger!

The sidebars they are a-changin‘

Die längere Blogpause ist kaum vorüber, die ersten Beiträge sind kaum in den Blog gehackt, da wird auch schon wieder umgebaut: Gestern Abend habe ich ein wenig am Blog gebastelt und wieder einmal einiges verändert. Diese Veränderungen beziehen sich auf die beiden Sidebars rechts (Startseite). Im Wesentlichen habe ich eigentlich nur einige Elemente verschoben. So befinden sich ab jetzt die Feedlist „Rogue’s Digest“, die Feedlist „Delicious“, der Hinweis auf die zuletzt geschriebenen Beiträge sowie die Kategorien in der inneren Sidebar.

Dafür sind sämtliche Links in die äußere Sidebar gewandert. Außerdem habe ich noch die Tag-Cloud eingefügt, darüber lässt sich auch nach bestimmten Themen suchen. Und schließlich habe ich mich der diversen Buttons und Icons angenommen und diese bearbeitet bzw. hier ein wenig ausgemistet, das war höchste Zeit.

Ich hätte euch ja auch raten lassen können, was sich hier alles verändert hat, aufmerksame Besucher_innen hätten sicher sämtliche Veränderungen hier aufzählen können. Demjenigen bzw. derjenigen, der/die alles hätte nennen können, wäre dann vielleicht sogar eine Belohnung zuteil geworden: Ich hätte ihm/ihr eine aktuelle Ergänzungslieferung ins Loseblattwerk einer beliebigen Gesetzessammlung (Schönfelder, Sartorius, whatever … ) einsortiert.1

Egal, das alles interessiert hier wahrscheinlich sowieso niemanden. Aber ich sag’s mal trotzdem, damit es hinterher nicht heißt, was ist denn hier los, hier findet sich ja niemand mehr zurecht.

Aber ihr habt ja recht, man soll nicht in der Bude am Rechner hocken, sondern rausgehen und noch Reste des sich verabschiedenden Sommers genießen, der eigentlich nie da war, bzw. sich auf einen hoffentlich goldenen Herbst freuen. Dazu ein büschn Popmusik.

  1. Hatte ich sowas nicht schon einmal ausgelobt? [zurück]

Und jährlich grüßt das Murmeltier

Irgendwie ist es mir schon unangenehm. Nicht unbedingt wegen dieser erneuten längeren Blogpause, das kann immerhin passieren. Aber das Muster scheint sich zu wiederholen, von Jahr zu Jahr: Die Beiträge kommen spärlicher bis sie versiegen, in den Sommermonaten herrscht hier gähnende Leere, und schließlich fällt mir auf, dass es wieder an der Zeit wäre, die Motoren anzuwerfen. So ganz ohne kann ich auch nicht, bilde ich mir dann ein.

Und die Wiederbelebung erfolgt stets zu einem Zeitpunkt, zu dem es sogar für nachträgliche Geburtstagsglückwünsche eigentlich schon viel zu spät ist. Trotzdem bin ich dann so eitel, dass ich auf den Blog-Geburtstag hinweisen muss, der ja schon so lange zurückliegt, der ja mal wieder verpasst wurde. Als wäre das irgendwie wichtig. Naja, nächstes Jahr gibt’s ne dicke Sause, zum fünften. Und ab jetzt darf gewettet werden, ob es im nächsten Sommer wieder so abläuft.

Immerhin spielen drei dänische Herren in dunklen Anzügen ein kleines Ständchen. Nachträglich.

Auf eine Neuerung möchte ich aber noch hinweisen: Es gibt nun von diesem Blog eine Facebookseite. Aber auch das ist mir ein wenig unangenehm, da ich mit diesem Bereich des Web2.0 einfach nicht richtig warm werde1. Das soll also auch erstmal als eine Art Experiment verstanden werden. Mal schauen, ob es sich lohnt, das auszubauen. Mehr Worte will ich darüber eigentlich auch gar nicht verlieren. Vielleicht nur noch, dass man als Facebook-User der Seite folgen kann. Oder eben nicht. Macht auch nichts. Ihr kennt ja den Spruch: Entscheidend ist auf‘m Blog.

  1. Dass es einer/m auch nicht gerade leicht gemacht wird, zeigt die aktuelle Diskussion um den „Like-Button“ von Facebook. Auf heise online findet sich ein Beitrag dazu. Aus diesem Blog ist der Button bereits verbannt. [zurück]

„Das wird schon seine Richtigkeit haben“

Letzten Freitag habe ich hier ein Video des äußerst sympathischen Berliner Musikers TAPETE präsentiert. Und weil’s so dufte ist, gibt’s hier gleich wieder ein Musikvideo. Rechtsstaatsfans aufgepasst: Ihr kommt auch vor.

Der Kampf ums Recht. Heute: § 265a StGB

Nachdem wir uns in unserer Reihe „Der Kampf ums Recht“ bereits mit einer besonderen Auffassung zum Prinzip der Vertragsfreiheit beschäftigt haben, die im Übrigen in der Lehre eher als Mindermeinung angesehen werden muss, kommen wir heute … Ach, was red‘ ich. Hier zum Ende der Woche ein Musikvideo. Anschauen und anhören! Bitte sehr:

Polizeigewalt von Heiligendamm wirkt immer noch nach

[27.09.] Die taz berichtet über einen Berliner Polizisten, der sich vor dem Rostocker Amtsgericht verantworten muss. Ihm wird vorgeworfen, im Zuge der Proteste gegen den G-8-Gipfel 2007 in Heiligendamm einem auf dem Boden liegenden Mann mindestens dreimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Anlässlich dieser Meldung lässt sich (richtigerweise) auf einen Song der Band ‚Schlagzeiln‘ hinweisen: „Nur Angst, kein Respekt“.

Back again. Auf ins vierte Jahr!

Nach einer längeren Blog-Pause melde ich mich auch mal wieder zu Wort. Eine derart lange Pause hat es hier noch nicht gegeben, glaube ich. Tut mir Leid. Will jedenfalls versuchen, in Zukunft wieder öfter Beiträge zu veröffentlichen, soweit ich das schaffe. Irgendwie soll das Projekt hier doch nicht ganz einschlafen. Es gibt viel zu tun (by the way: Gastbeiträge, anyone?). Und all die grauen Blawgs mag ich auch nicht immerzu lesen (müssen). Da schreib ich mir doch lieber selbst was zurecht.

Ansonsten möchte ich kurz darauf hinweisen, dass ich meine Linkliste in der Sidebar überarbeitet habe. Einige alte, nicht mehr funktionierende Links habe ich entfernt, andere hinzugefügt, wie z.B. die Seite der kritischen ReferendarInnen in Berlin; oder die Homepage der Initiative für gesellschaftliches Engagement (politische-justiz.org), einem Zusammenschluss verschiedenster Gruppen in Göttingen. Die Initiative hat eine Broschüre erstellt, die aktuelle und vergangene Fälle von Repression und politischer Justiz in Göttingen zusammenfasst. Auch wenn die beschriebenen Fälle einen lokalen Bezug haben, so liefern sie dennoch allgemeine Erkenntnisse über die Kriminalisierung gesellschaftlichen Engagements. Lesenswert!

Schließlich will ich noch kurz darauf hinweisen, dass ich erneut meinen Blog-Geburtstag verpennt habe (wie im letzten Jahr auch schon). Nun denn, drei Jahre on air, auf geht’s ins vierte Jahr. Darauf noch etwas Musik, für Euch da draußen an diesem vorherbstlichen Sonntagnachmittag:

So long, 2009!

Das Jahr neigt sich dem Ende, und ich bin irgendwie müde. Einen „Jahresrückblick“ verkneife ich mir. Anzumerken wäre allerdings, dass sich auch im Jahr 2009 wieder zahlreiche kritische JuristInnen organisiert (und AKJ-Gruppen gegründet) haben, zuletzt in Leipzig, siehe www.kjl.blogsport.de.

Bevor ich mich in den Winterurlaub verabschiede, gibt es hier noch ein paar Lektüre-Hinweise, für lange Winterabende und so:

  • Verschiedene Beiträge zum Stockholm-Programm, das die Grundsätze der europäischen Sicherheitspolitik für die nächsten fünf Jahre festlegt: Turn off the Stockholm programme!
  • Ein Artikel in der aktuellen analyse & kritik über „Kampfküken Kristina Köhler und Musterdemokrat Andi“ (dem Linksextremismus wird jetzt auch per Comic zu Leibe gerückt).

Und ganz ausnahmsweise gibt es hier Musik, für Eure kleine Silvester-Disco oder sonstewas:

See you in 2010!

PS: Mein Vorsatz für das neue Jahr ist übrigens, diese Frage hier zu beantworten. Wie mir meine Referer-Liste mitteilte, wird Suchenden diesbezüglich nahegelegt, es mal auf dieser meiner Seite zu versuchen. Leider muss ich in einer Hinsicht enttäuschen: Das alles hier ist eine sehr ernste Angelegenheit. Humorbefreite Zone, sozusagen. JuristInnen lachen nie!