Archiv für Februar 2009

Nachrichten aus der Parallelwelt: Die Zeitschrift „justament“

Gastbeitrag:

Nachrichten aus der Parallelwelt: Die Zeitschrift „justament“

Die sechsmal im Jahr erscheinende Ausbildungszeitschrift für Jurastudierende „justament“ (www.justament.de) macht gleich zu Beginn, im Editorial, einen überaus sympathischen Eindruck. Dort gewährt der Chefredakteur des Hefts, Thomas Claer, einen Blick in die Abgründe des in der „Karriere-Zeitschrift für Juristen“ goutierten Humors. Er gibt einen Witz wider, den ein Leser eingesandt hat: „Was sagt ein Prädikatsjurist zu einem Viererjuristen? Einmal Currywurst mit Pommes, bitte! Und was sagt ein Prädikatsjurist zu einem Dreierjuristen? Einmal zum Hauptbahnhof, bitte!“ Sicherlich, man möchte losprusten! Allein: „Also, Leute, strengt Euch an“, mahnt der Chefredakteur.

Weiter hinten, nach einem Schwerpunkt zum Umweltrecht, in dem vor allem Studierende und Referendar/innen zu Wort kommen, versucht sich die Zeitschrift noch in Buntem. In der Rubrik „Scheiben vor Gericht“ gibt es regelmäßig Plattenkritiken, wobei das „Urteil“ des Rezensenten stets in ganz besonderer Form abgefasst ist. „JaKönigJa: befriedigend (9 Punkte)“, „The Notwist: vollbefriedigend (11 Punkte)“. Das kann man nicht einmal mehr als Pennälerhumor entschuldigen, so affirmativ und doof ist es.

In der Rubrik „Service“ geht es dann noch u. a. um das neue Rechtsdienstleistungsgesetz (Überschrift: „Konkurrent Nichtjurist“), es folgt ein kleiner Artikel über die Nürnberger Prozesse („Recht historisch“) und zuletzt ein Erfahrungsbericht über die Härten des Jurastudiums. Überschrift: „Nur in die Fresse“. Klingt kritisch, erweist sich aber leider schlicht als ein weiterer Versuch in Pennälerhumor. Die Autorin schildert vor allem ihren eigenen Jura-Koller, inkl. gelegentlicher Anflüge von pedantischer Rechthaberei im Freundeskreis, aber natürlich alles mit einem leichten Augenzwinkern. Ohne Fleiß gibt’s eben keinen Preis. Dazu passt, dass auf der gegenüberliegenden Seite die Großkanzlei Linklaters ganzseitig um BewerberInnen wirbt. Gesamturteil: durchgefallen.

Ron Steinke